Volksdorfer Wald

Volksdorfer Wald nach den Frühlingsstürmen 2022

25.3.22

Hier auf dem umgestürzten Baum:
Ein Zitronenfalter oder mehrere
flattern um uns herum.
Tote Bäume liegen übereinander und nebeneinander
wie Knochen auf einem Walfriedhof.

Vögel zwitschern, ein Specht klopft,
eine Kreissäge,
der Waldboden voll trockenen
Laubes, auf das die Sonne scheint. Es ist noch zu früh im Jahr
für ein Laubdach –
nach oben schauend nur schwarze Verästelungen vor blauem Himmel wie Neuronen oder Blutgefäße.

Bäume, die in den Himmel wachsen, das wurde auch schon oft so formuliert. Die Kreissäge wie eine nervige viel zu laute Wespe.
Amseln.

Die Blätter der Bäume liegen
alle, bedecken den Boden in
Schattierungen von hellbraun, beige,
die Sonne fällt auf ihre Oberfläche und sie glänzen hell auf, 

ihre Adern sind hervorgetreten wie an der Hand eines alten Menschen -verdorrt sind sie alle, brüchig, zerbröselt,
der Wind bewegt sie noch
leichter als früher, 
als sie noch an den Zweigen hingen, jetzt sind sie nur
noch die Schale früheren Lebens.

Aber die erste Hummel, der erste Zitronenfalter gaukelt schon herum, in Erwartung, dass die prallen
Knospen an den Bäumen das erste Grün erbrechen. 

Spechte wie Ruf und Antwort, Schreiben
im Wald, Hundegebell, das Knarzen eines Rehs, Vögel
im warmen Frühlingsmittag.

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