Nütschau:

neue Bank gegenüber der Apfelwiese:

Vogelschall zigstimmig aus dem Wald
wogt über die Apfelwiese,
weiße Wollschaftupfen
zwischen den Obstbäumen,
die Vögel singen auch
lautstark über dem Friedhof der Mönche,
dunkelgraue Wolken ziehen schon wieder auf
und decken den blanken blauen Himmel zu.
Ich muss mich eilen
und würde so gerne verweilen,
den Augenblick in den Fußsohlen spüren
und dem Gezwitscher lauschen.

Nach dem Gang durchs Moor,
Finger zu steif gefroren zum Schreiben:

Amseln rufen am Abend,
sie rufen und rufen.
Sie rufen die Nacht herbei.
Amseln rufen am Abend.

Am Anfang geschrieben
am Ende geschrieben
zwischendrin wurde mein Kopf
ganz still vor Staunen.

Nur Singvögeln gelauscht,
Augenblicke bestaunt,
Gänse, Schwäne geschaut,
von der Abendsonne angeleuchtetes Schilf bestaunt,
Hagelgeräusch gelauscht.
Wasser beim Fließen geschaut,
Enten beim Auffliegen geschaut,
ihrem Schnattern gelauscht, 
meinen Schritten auf den Holzplanken gelauscht
und  nachgespürt,
dem Rauschen des Windes gelauscht,
dem Farbwechsel des Himmels, die Wolken geschaut,
Bäume beim Wiegen geschaut. 
Augenblicke gesammelt. 

Am Anfang geschrieben, am Ende geschrieben,
zwischendrin wurde mein Kopf ganz still vor Staunen,
und mein Herz so 
schwerelos, dass ich mich mit den Gänsen hätte 
aufschwingen können. 

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